Die Polarstern-Expedition ARK-XXIII/1
Bremerhaven - Longyearbyen
12.06.2008 - 02.07.2008
Fahrtleiter: Dr. Gereon Budéus
Der erste Fahrtabschnitt der 23. Polarstern-Expedition in die Arktis beginnt am 12.6.2008 in Bremerhaven. Das Forschungsschiff "Polarstern" wird direkt Kurs nehmen auf die grönländische Küste bei 74° und dort dicht vor der Küste in eisbedeckte Gewässer laufen. Als erste Forschungsaktivität werden geodätische Arbeiten auf dem grönländischen Festland stattfinden. Per Helikopter werden Messstationen ausgebracht, die die Vertikalbewegung des Festlandes bestimmen, welche durch die abnehmende Eislast verursacht wird.
Nach den geodätischen Arbeiten werden ozeanographische Messungen, die den Forschungsschwerpunkt dieser Expedition bilden, in der Grönlandsee vorgenommen. Die Arbeiten werden von Dr. Gereon Budéus, Ozeanograph am Alfred-Wegener-Institut, geleitet und sollen neue Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels liefern. Er und seine Kollegen haben spezielle Verankerungen entwickelt, die einmal täglich von etwa 100 Metern Wassertiefe bis auf den Grund in 3700 Meter Tiefe absinken und wieder auftauchen. Dabei messen sie die Temperatur und den Salzgehalt des Wassers, die wichtigsten Größen, um Wasserkörper und Strömungsmuster zu identifizieren. Diese Verankerungen arbeiten seit mehreren Jahren und werden nun geborgen, um die aufgenommenen Daten auszulesen und neue Verankerungen auszubringen. Die bisherigen Untersuchungen zeigten, dass im Becken der Grönlandsee eine besondere Süßwasserzufuhr die Struktur des Wasserkörpers verändert hat. Diese Beobachtung ist weltweit einzigartig und die Auswirkungen der Veränderung sollen nun erforscht werden.
Während des gesamten Schiffsweges werden Zählungen von Seevögeln und marinen Säugern erfolgen. Die Verteilung von Seevögeln und marinen Säugern unterliegen klimatischen Veränderungen, besonders im Hinblick auf die wechselnde Ausdehnung der eisbedeckten Flächen. Der besondere Wert der Quantifizierung dieser Tiere auf ARK-XXIII/1 liegt dementsprechend in ihrem Charakter als Langzeitstudie, die bereits 1973 begonnen wurde. Die Verteilung der Walvorkommen im Nordatlantik zeigt bereits eine deutliche Veränderung aufgrund der Modifikation der Eisbedeckung in der Arktis.
Am 2. Juli 2008 endet der Fahrtabschnitt in Longyearbyen.
- Polarstern in der Werft in Bremerhaven (Foto: Henning Pulz)
- Blick auf das Meereis (Foto: Henning Pulz)
- Eisberg (Foto: Henning Pulz)
Ein Lehrer begleitet die Expedition
Im Internationalen Polarjahr sollen nicht nur neue Erkenntnisse über das Klimasystem der Erde gewonnen werden. Die Öffentlichkeit und insbesondere den Nachwuchs in die aktuelle Forschung einzubeziehen und umfassend zu informieren ist ein zentrales Anliegen. Um dies zu unterstützen, ist ein Lehrer an Bord von Polarstern. Henning Pulz wird uns mit aktuellen und mehreren Berichten pro Woche über die Forschungsarbeiten und das Leben an Bord des Forschungseisbrechers informieren.
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