Datenmanagement im Polarjahr

Zum 75. Jahrestag des Internationalen Polarjahres (1957/58) fand gleichzeitig das Internationale Geophysikalische Jahr statt, in dem auch das World Data Center System von ICSU zur Erfassung der umfangreichen geowissenschaftlichen Datensätze gegründet wurde. Das mittlerweile auf über 50 Zentren angewachsene Netzwerk ist über die ganze Welt verteilt und steht auch für die Archivierung von Polarjahr-Daten zur Verfügung.

Neben der internationalen Koordination von Forschungsprojekten ist eines der wesentlichen Ziele des Internationalen Polarjahres (IPY, International Polar Year), alle Daten langfristig zu archivieren und nachhaltig nutzbar zu machen. Dies beinhaltet eine zuverlässige Verfügbarkeit, eine vollständige Beschreibung mit Metadaten und eine bibliographische Zitierfähigkeit. Zur Unterstützung dieser Bestrebungen wurde ein internationales Data Subcommittee gegründet, das in einer Data Policy die Datenpolitik des IPY formuliert hat. Deutschland ist über das Alfred-Wegener-Institut in dieser Kommission vertreten.

D-IPY Datenmanagement

Das Alfred-Wegener-Institut betreibt gemeinsam mit der Universität Bremen das World Data Center for Marine Environmental Sciences (WDC-MARE) als Partner des ICSU WDC Systems. Die von WDC-MARE genutzte Datenbibliothek PANGAEA wurde für die Erfassung georeferenzierter Primärdaten entwickelt und steht allen IPY-Projekten zur Verfügung. Da die Projekte im wesentlichen national gefördert werden, ist beabsichtigt, die Daten aller Projekte mit deutscher Beteiligung (D-IPY) in PANGAEA zu archivieren. Dies betrifft insbesondere den DFG-Schwerpunkt 1158 Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten.    

Mit der Erfassung in PANGAEA sind Daten aus dem Bereich der Meeresforschung automatisch auch am World Data Center for Marine Environmental Sciences (WDC-MARE) archiviert. Betrieb und langfristige Verfügbarkeit ist durch die Einrichtungen Alfred-Wegener-Institut und MARUM zugesichert. Der projektspezifische Aufwand für die Datenarchivierung ist durch die Projekte selbst zu erbringen; ein Datenmanagementkonzept sollte Bestandteil jedes Antrages sein

Datensätze aus dem 1. Polarjahr verfügbar gemacht

Die Daten die einst anlässlich der Südgeorgienexpedition Georg von Neumayers erhoben wurden, stehen jetzt auf Pangaea zur Verfügung. Sie ermöglichen den Vergleich mit heutigen Messwerten (Luftdruck, Luftfeuchte, Temperatur, Gasdruck und Windgeschwindigkeit) über einen grossen Zeitraum.
Es stehen zwei Datensätze zur Verfügung:

Ziele

Das Alfred-Wegener-Institut beabsichtigt, die Primärdaten (Messungen und Beobachtungen) der laufenden und zukünftigen Projekte aus den Polargebieten zu archivieren. Weiterhin sollen die folgenden historischen und existierenden Datensätze über PANGAEA verfügbar gemacht werden (ergänzende Vorschläge werden gern angenommen). Zu einigen Punkten sind Beispiele in Form einer DOI mit Link angegeben, um einen Eindruck über Verfügbarkeit und Format von Datensätzen in PANGAEA zu geben. Alle Datensätze sind konsistent, da technisch formatiert und beinhalten einen Kopf mit den Metadaten und die Möglichkeit, die Daten im Browser (HTML) oder als text-file zu laden. Daten können auch durch ein Passwort geschützt werden (s. Beispiel Air chemistry).

Datenzitat

Unter Citation findet sich in jedem Datensatz ein bibliographisch vollständiges Zitat, das bei Verwendung der Daten zu ihrer Referenzierung genutzt werden sollte. Teil des Zitates ist eine Nummer, über die der Datensatz im Internet direkt verfügbar ist. PANGAEA verwendet als Persistent Identifier das DOI-System doi:10.1000/1 , das für wissenschaftliche Publikationen bereits etabliert ist. Mehrere Datensätze lassen sich unter einem Gesamtzitat gruppieren (s. Beispiel Air chemistry). Datensätze zu Publikationen können über ihre DOI im Text bzw. im Literaturverzeichnis referenziert werden.

Für alle Fragen zum Datenmanagement und zur Archivierung und Publikation von Daten steht der Datenbibliothekar von Pangaea am AWI zur Verfügung:

Dr. Hannes Grobe

E-Mail: hgrobe@pangaea.de

Tel: +49 (0) 471 4831 1220

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