Grönland und das europäische Wetter Verbesserte Wettervorhersagen durch neue Fernerkundungsverfahren

Im Rahmen des Internationalen Polaren Jahres (IPY) führten Wissenschaftler des DLR Institutes für Physik der Atmosphäre Flugzeugmessungen zwischen Grönland und Spitzbergen zur Entstehung und Struktur arktischer Stürme durch. Die Arbeiten sind Teil des von der Universität Oslo (Norwegen), der Europäischen Flotte für Flugzeugforschung (EUFAR - European Fleet for Airborne Research) und dem DLR geförderten Projektes IPY-THORPEX. Die Messungen erfolgten mit dem DLR Forschungsflugzeug Falcon, das während IPY-THORPEX in Andøya (Vesterålen, Norwegen) stationiert war. Ausgerüstet war die Falcon mit einer neuen Generation von Fernerkundungsinstrumenten: das neu entwickelte Multi-Wellenlängen Differential-Absorbptions-LIDAR „WALES“ beobachtete troposphärische Aerosole und es wurden - zum allerersten Mal - Wasserdampfprofile mit vier verschiedenen Wellenlängen vermessen. Ein 2 Mikrometer-Doppler-LIDAR an Bord der Falcon lieferte zusätzlich simultane Messungen des Windes unterhalb des Flugzeuges. WALES dient als Vorläuferinstrument für zukünftige Weltraummissionen.

In insgesamt 13 Missionen wurden der Lebenszyklus von polaren Tiefdruckgebieten, arktischen Fronten und orographisch modifizierten Strömungen in Nord-Norwegen und Spitzbergen untersucht. Vergleichbare Messungen sind in der von der Klimaänderung besonders betroffenen Arktis selten. Die Einzigartigkeit der gewonnenen Daten wird die Wissenschaftler in den nächsten Jahren vor faszinierende Aufgaben stellen, die Vorhersagbarkeit extremer Wetterereignisse in der Arktis zu verbessern.