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CASE 11 – Pearya

Circum-Arctic Structural Events

Das Ziel von CASE 11 ist die geologische Erforschung des nördlichsten Landgebiets des amerikanischen Kontinents. Hier liegt ein etwa 300 km langer und 80 km breiter Kontinentalsplitter („Pearya“ – nach dem Polarforscher Robert E. Peary benannt), der geologisch ursprünglich gar nicht zum amerikanischen Kontinent gehört, sondern vielmehr über lange Zeiträume der Erdgeschichte eine ähnliche geologische Entwicklung wie Spitzbergen durchlaufen hat. Es wird vermutet, dass vor 320 Millionen Jahren Pearya und Spitzbergen (wahrscheinlich als gemeinsamer Teil Eurasiens) mit dem Nordrand Laurentias (Nordamerika und Grönland) kollidierten und Bestandteil des Nordkontinents Laurasia wurden. Vor mehr als 80 Millionen Jahren begann Laurasia auseinander zu brechen. Dieser Vorgang führte zur Öffnung des Nordatlantiks und des Arktischen Ozeans und letztendlich zu dem geographischen Bild der Arktis, das wir heute kennen. Spitzbergen und Grönland wurden dabei getrennt, während Pearya an Nordamerika „hängen“ blieb.

Dass Pearya größere Ähnlichkeiten mit Spitzbergen aufweist als mit Nordamerika, ist schon früher von Geologen vermutet worden. Anknüpfend an die Arbeiten der BGR in der Arktis und besonders auf Spitzbergen (2006 und 2007) sollen auf der BGR-Expedition CASE 11 die Gesteinseinheiten und die strukturelle Entwicklung Pearyas in den letzten 1.000 Millionen Jahren direkt mit den Vorgängen auf Spitzbergen verglichen werden, das jetzt 1.500 km entfernt auf einer anderen Kontinentalplatte liegt.