Thursday, 24. January 2008

Polarstern: Nicht aufgeben...

Autor: Brigitte Ebbe, Senckenberg

Die Computer an Bord sind im Dauereinsatz. Es gilt, Poster und Präsentationen für den Empfang am 5. Februar vorzubereiten und den Fahrtbericht anzufangen. Was können wir von dem erzählen, was wir herausbekommen wollten? Nicht viel. Wir haben uns alle sehr einschränken müssen, und wir haben dies in sehr gemeinschaftlicher Weise getan. Nun liegt über allem der Schatten eines heraufziehenden Sturmes, der genau an den Tagen seine ganze Kraft entfalten soll, an denen wir die einzige uns noch verbliebene Station beproben wollen, die wir auf dem Hinweg zum ersten Mal besucht hatten. Wir möchten herausfinden, ob und wenn ja, in welcher Art und Weise die Tiere im Tiefseeboden auf eine Planktonblüte an der Wasseroberfläche reagieren. Es wird hin und her überlegt, wie wir die Stationszeit optimal nutzen können. Das Büro der Meteorologen gehört zu einem der meistbesuchten Orte an Bord, und die Neuigkeiten, die von dort eintreffen, sind nicht gut. Dieses Mal lässt der Ozean sich seine Geheimnisse wirklich nicht leicht entlocken.

 

Das alles verliert vorübergehend an Bedeutung, als in der Nacht von Donnerstag auf Freitag etwa die Hälfte aller Wissenschaftler krank wird- Ursache unbekannt, aber nach 12-24 Stunden überstanden? Das Schiff wirkt den ganzen Freitag lang wie ausgestorben, gesunde Kollegen, Arzt und Krankenschwester haben alle Hände voll zu tun und versuchen, den ans Bett Gefesselten mit guten Ratschlägen, liebevoller Fürsorge und Medikamenten wieder auf die Beine zu helfen. Ich gehöre auch zu den Betroffenen, und nur die Nachricht, dass ich nicht die Einzige bin, die dieses Schicksal ereilt hat, tröstet mich über 24 lange Stunden hinweg. Nun heißt es, alle Kräfte und allen Optimismus noch einmal zusammen zu raffen für unsere letzte große Benthos-Station - noch haben wir nicht verloren!

 

Fotos: B. Ebbe

 

Weitere Infos zur Polarstern-Expedition ANT-XXIV/2...


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