Polarstern: Beginn der Arktis-Saison
Die Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung ist bis auf wenige Wochen im Jahr rund um die Uhr im Einsatz, entweder im Süd- oder im Nordpolarmeer, je nach Saison. Nach nur dreiwöchiger Werftzeit in Bremerhaven lief die Polarstern am gestrigen Donnerstag, 12. Juni in die Arktis aus. Pünktlich morgens um 9.00 Uhr legte die Polarstern am Kai ab. Die meisten Fahrtteilnehmer standen beim Ablegen auf dem Peildeck. Der recht früh im Jahr liegende Abreisetermin könnte uns in den nächsten Wochen noch Probleme bereiten, weil das Eis an der Küste Grönlands noch recht dick sein dürfte.
Die insgesamt rund vier Monate dauernde Expedition ist in drei Fahrtabschnitte unterteilt und führt über die Grönlandsee nach Spitzbergen bis in die Framstraße. Im dritten Fahrtabschnitt ist die Durchfahrt der Nord-West-Passage bis in die ostsibirische See geplant.
Nach der Zuordnung der Kabinen gab es an Bord eine kurze Vorstellungsrunde, eine Sicherheitsbelehrung und einen Probealarm. Die Orientierung auf der Polarstern stellt für Landratten wie mich ein nicht ganz unwesentliches Problem dar. (Steuerbord, Backbord, Deck A,B,C,…. ) Aber der Orientierungssinn nimmt rasant zu: ich ahne mittlerweile meistens, wo vorne und hinten auf dem Schiff ist (Pardon: Bug und Heck…) und es begegnen mir immer seltener Wissenschaftler auf dem Gang, die auf der Suche nach ihrer Kabine sind.
Die Polarstern nimmt zur Zeit direkt Kurs auf die grönländische Küste bei 74° Nord, wo die ersten Messungen stattfinden werden. Mit einer Fahrtgeschwindigkeit von etwa 11 Knoten werden wir, wenn alles gut geht, die Küste vermutlich Montag oder Dienstag erreichen. Die Wissenschaftler nutzen diese Zeit, ihre Geräte aus den Containern zu packen und in Position zu bringen. Um auch die Frage nach dem Wind zu beantworten: zur Zeit ist etwa Windstärke 6, also alles noch im grünen Bereich.
Wie versprochen, kommt für meine Schüler zu Hause hier die erste Frage meines Arktis-Quizes (PDF 36KB). Ich bin gespannt auf eure Antworten.
Viele Grüße vom schwankenden Schiff in die Heimat,
Henning Pulz
Foto: Henning Pulz, Heidehof-Gymnasium Stuttgart
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